Wie auch schon in den letzten beiden Jahren schlagen wir zur BRN unsere Zelte den Pavillion am Stilbruch auf. Wir werden euch u.a. mit Erdbeer-Mojito, tollen Basilikum- und Balsamico-Experimenten überraschen oder ganz klassich mit ordentlich Cuba Libre versorgen.
Kommt vorbei auf dem Weg in den Lustgarten, ein paar Liegestühle haben wir für den gemütlichen Genuß unserer Cocktails auch bereit stehen. Frische Leckereien vom Grill werden ebenso angeboten.
Das Stilbruch auf der Böhmischen Straße 33.
Musik kommt von #npnk, Cover und TRAXX von We like… Am Freitag steigen Cover und #npnk wieder einmal gemeinsam in den Ring. Nach dem äußerst entspannten Samstag-Abend letztes Jahr zur BRN, setzen die Beiden dieses Jahr noch einen drauf und ziehen die Vinyl-Schätzchen ein weiteres Mal aus dem Box-Säckchen.
Samstag dann ist Traxx aus Chicago zu Gast, er hat die Beintechnik vieler Dresdner gehörig geprägt in den letzten 15 Jahren. Sonst war er immer vorm INKORRUPT auf der Görlitzer zu sehen, doch nach einem Betreiberwechsel musste der Boxstall um den Nation-Chef weiterziehen. #npnk, seines Zeichens We like… Oberhaupt, zögerte nicht lange und lud ihn zum gemeinsamen Sparring ins Stilbruch.
Es erwartet sie ein höchst spannender Kampf zwischen diesen beiden musikalischen Schwergewichten…
wo die Beiden hinschlagen wächst kein Gras mehr!
Oder: Im Notfall Scheibe einschlagen und Jynnan Tonnyx trinken
Nichts Böses erwartend fielen Steff und ich in eine der wenigen Annaberger “Bars”, welche mir auf dem Weg ins Wochenende empfohlen wurde, die “Melodie”. Nun, ich hab’ schon vor einiger Zeit aufgehört zu glauben, dass ich bei Peter lande, wenn ich in eine Bar gehe, denn zu hohe Erwartungen bergen meist die Gefahr, enttäuscht zu werden. Aber auch Stürze aus geringer Höhe können einen unsanften Aufprall mit sich bringen. Die Abwesenheit eines ernstzunehmenden Backboards ließ mich schnell von meinem “Standardplatz” (an der Bar) abwenden, die in der Ecke stehende Couch jedoch schloss uns sanft in ihre Kissen.
Barmaid/Kellnerin: “Darf’s schon was sein?”
Ich zu Steff: “Du auch?” -- “Ja.”
Ich zur Barmaid: “Zwei Cuba bitte.”
Schon freute ich mich auf einen gelungenen Einstieg ins Wochenende als ich mit den Worten “Laut Karte machen die hier Rohrzucker in den Cuba” jäh aus meinem Tagtraum gerissen wurde. “Das weiss ich zu verhindern”, meinte ich gelassen und stand zwei (weit weniger gelassene) Schritte später an der Bar, auf welchen ich von einem vom Raum-Zeit-Kontinuum verschluckten “Zu spät…” begleitet wurde. “Bitte ohne Rohrzucker”, meinte ich zur Barmaid, die mich mit einer Tüte Rohrzucker in den Händen ertappt ganz entsetzt anschaute. Sie gab meiner Bitte dann aber wegen meines “Das ist kein Jim Beam”-Blicks statt. Auf der Couch zurück meinte Steff zu mir: “Da fehlen jetzt nur noch Strohhalme.” Von wegen -- neben einem Strohhalm stierten mir auch ein Fleischspieß und ein Plastik-Rührstäbchen ängstlich entgegen. Den Deko-”Regenschirm” vermissend war ich doch überrascht, dass mir nicht auch noch Besteck dazu serviert wurde. Trotz gruseligen Zubereitungsmethoden schmeckte der Cuba erstaunlich gut, was uns aber nicht davon abhielt danach zu flüchten. Wer weiß, was uns noch alles erwartet hätte.
Auf also zur nächsten Empfehlung, dem “Papperla Pub”, welches sich direkt unter meinem Wochenenddomizil befand -- welch Zufall. Aus Gründen der Gemütlichkeit und natürlich wegen der Sicherheit wählten wir hier einen Platz direkt an der Bar. Prompt lächelte mich eine Buddel Brugal an und forderte mich dazu auf meine Cuba-Erfahrung der dritten Art aus meinem Gedächtnis zu verbannen. Vorsichtshalber bat ich die neue Barlady gleich während der Bestellung den Cuba ohne Rohrzucker zu fertigen. Lächelnd meinte sie, dass sie das immer so tue. Ich fühlte mich in sicheren Händen und warf einen Blick in die Whisk(e)y-Karte, während Steff der Bardame erklärte was ein Marlowe’s Gimlet ist. Der Cuba wurde auch hier mit Strohhalm serviert, dafür aber ohne Rührstäbchen. Nicht so gut, wenn die Limetten mangels Umrühren am Boden festhängen. Zum Glück hab ich immer ein Taschenmesser dabei. Wegen der Freundlichkeit des Bar-Teams, dem interessant gestalteten Spirituosen-Portfolio und dem geschmacklich hervorragenden Cuba fiel die B-Note hier deutlich höher aus und wir blieben noch auf ein Guinness. Zu Haus angekommen tranken wir noch einen Jynnan Tonnyx um den Abend ausklingen zu lassen.
Was will uns diese Geschichte sagen? Nichts. Sie ist nur eine Herleitung zu folgenden Fragen:
1. Wer zur Hölle kam auf die bescheuerte Idee viel zu vielen Bartendern zu erzählen, dass es eine gute Idee sei Rohrzucker in einen Cuba zu kippen? Und
2. Ist “Die meisten wollen das so” wirklich Grund genug in jeden bestellten Cuba einen Strohhalm zu stecken?
Wie der Mojito und einige andere Klassiker ist der genaue Ursprung des Cuba Libre leider unbekannt und vermutlich nicht mehr auffindbar. Was man mit Sicherheit sagen kann ist jedoch, dass der erste Cuba Libre auch genau dort (in/auf Cuba) geschlürft wurde. Wann? 1900 -- denn seitdem gab es dort auch Coca Cola. Der Name jedoch geht auf den Kampfschrei der US-Befreiungsarmee “Cuba Libre!” im Spanisch-Amerikanischen Krieg zurück, welcher am 12. August 1898 endete. Da eben jene Befreiung eine de facto Annexion war wird dieser Drink vor Ort auch häufig als Mentirita -- “kleine Lüge” -- bezeichnet.
Wir bevorzugen unseren Cuba mit (½ ausgepresster) Limette, ohne Rohrzucker und vor allem ohne Unfug wie Strohhalme, Rührstäbchen oder gar Cocktailschirmchen. Auch trinken wir von Zeit zu Zeit gern einen Cubata -- also einen Cuba Libre mit braunem statt weißem Rum. Aufgrund der Tatsache, dass es kein einziges brauchbares “Cuba Libre How To” als Video gibt und wir uns alle einig über den zu verwendenden Rum sind hier noch folgendes kleine Schmankerl:
Man könnte behaupten, wir seien frech. Immerhin haben wir es geschafft zwei Welten kollidieren zu lassen: Studenten und Barkultur. Aus diesem “Clash” erhofften wir uns Inspiration für beide Seiten. Genau genommen haben wir das auch geschafft und schreiben bereits im Rahmen eines intensiven Gehirnsturmes unsere Ideen für den WCC 2012 nieder. Dieser wird am 19. Januar stattfinden.
Bis dahin hinterlassen wir den Eindruck einer Veranstaltung, die nicht nur ein Unikum sein will, sondern immer eins sein wird. Vielleicht hört man bald auch von einer neuen “Dresden Cocktail Challenge”? Wer weiß. Dies ist kein Review, sondern ein Ausblick – auch in die Vergangenheit.
Nachtrag: Im Blog des Magazins für Barkultur, Mixology, gibt es einen Artikel über den Cup. Auch Mike Meinke von der Triobar Berlin hat einen Bericht im Gastronom-Blog geschrieben.
Auch beim 2. Mal war der wunderbar Cocktail Cup wieder ein schöner Abend. Zweifelsohne nicht perfekt, jedoch gilt “aus Fehlern lernt man” – und das werden wir tun. Das Feedback der Juroren jedenfalls lässt uns nicht daran zweifeln, dass wir diesen Wettbewerb auch im nächsten Jahr wieder austragen.
Wir möchten uns nochmals bei De Kuyper und Bauer für die Preise, die die Erst- und Zweitplatzierten erhielten, bedanken. Weiterhin danken wir dem Innside by Melia Hotel und der Sonderbar. Ganz besonders möchten wir den Juroren Dank sagen, die an diesem Abend nicht nur eine wertende sondern vor allem auch eine lehrende Position hatten – die Technik-Jury für die Teilnehmer und die Tasting-Jury für die Organisation. Vielen Dank an Ulf und Anatol für die lehrreiche Moderation sowie Norbert für die Halbzeitshow. Last but not least, Dank dem Aquarium – mit euch zu arbeiten macht echt Spaß.
Abgesehen von ein paar Vergiftungsversuchen waren die meisten Drinks interessant. Dabei muss natürlich bedacht werden, dass das Publikum eines studentischen Clubs ein anderes Trink- und Geschmacksverhalten hat als die Besucher einer klassischen Cocktailbar. Wir gratulieren den Gewinnern und wünschen viel Spaß bei De Kuyper Works.
Platz 1 erkämpften sich Bettina Habelt und Tobias Nicolai vom Kellerclub Gag18 mit ihrem Cocktail “Devil’s Mistress”*:
1cl Myer’s Dark Rum
2cl Mozart Dry
1cl De Kuyper Creme de Cacao Dark
2cl Frangelico
2cl Amaretto
1/2bs Chili-Soße
8cl Sexergy
Zutaten shaken und in Martinischale abseihen, mit Sexergy auffüllen
Deko: 2 Chili-Schoten als Teufelshörner
Platz 2 konnten sich Christoph Hösch und Matthias Müller von Dresdens 1. virtuellen Studentenclub eXmatrikulationsamt.de mit ihrer Kreation “Rubi auf Schienen”* sichern:
2cl Rubi Himbeerlikör
2cl Kastaniensirup
3cl Sandeman Sherry Medium Dry
1cl Captain Morgan Spiced Rum
1cl Zitronensaft
8cl Tonic Water
Zutaten shaken und in Martinischale abseihen, mit Tonic Water auffüllen
Deko: 3 in Eiswürfel gefrorene Himbeeren
Platz 3 belegten Nicole Nagy und Hannes Grusla vom Club 11 mit ihrem sommerfrischen “Red Planet”*:
1/2 frische Limette
1/8 frische Orange
1cl Frangelico
1cl Cointreau
1cl Grenadine Sirup
2cl Galliano Vanilla (bzw. Licör 43)
2cl Roses Lime Juice
5cl Havana Club 3 Jahre
Limette und Orange im Casablanca Glas muddlen und die restlichen Zutaten über Eis hinzugeben, umrühren
Da unser Photograph gestern noch den Semperopernball bildlich festhielt, können wir leider erst morgen die Bilder in die Galerie einbinden und bitten diesbezüglich um Geduld. Während ich das schreibe genieße ich einen Saale-Unstrut Dornfelder und freue mich darauf nachher Niko in der Karl May Bar besuchen zu gehen.
Neulich im Kanal: zum Thema “Relevanz von Ingredienzien in einem Martini versus hübsches Mädel auf ‘nem Bild.”
jean-Luc: Aber man kann und soll vom gemeinen Gast so viel Fachwissen nicht erwarten. Das ist lästig und überflüssig.
Litti: Gemeine Gäste sind lästig und überflüssig.
Eigentlich begann alles ganz harmlos und sollte auch dabei bleiben, dann jedoch entschloss ich mich dazu jene Zeilen zu veröffentlichen und versank (wieder einmal) in diversen Webseiten zum Thema Martini, was mich nur (wieder einmal) über die 2 großen Fragen stolpern lies. Trocken? Geschüttelt oder gerührt?
“I`ll have a Churchill martini. And if you even so much as look at the vermouth, we`re going to have problems.” – Brett Caron
Das ist auf so viele Arten falsch, dass es schon wieder schön ist.
“Martinis should always be stirred, not shaken, so that the molecules lie sensuously one on top of the other” – William Somerset Maugham
Ob das der Weisheit letzter Sch(l)uss ist, weiss ich nicht, aber die Poesie in diesen Worten verleiht dem ganzen doch ein bisschen Wahrheit. Jared Brown hingegen sieht das mit gemischten Gefühlen und antwortete mir auf die Frage nach der Zubereitung:
Hello Jens,
I like a shaken martini for the sharper flavour, colder temperature and the flotilla of tiny icebergs that cluster in the center of the glass if the drink is not double strained. There is no loss of refinement to me, simply the addition of more relaxed celebration. It is like an untied bowtie at the end of a formal celebration. It is not so tidy, upright and socially acceptable, but the quality is still there. To me personally it provides the balance I enjoy. I find a stirred martini somewhat flat by comparison, like speaking with an accountant who has fascinating hobbies but always tries to steer the conversation back to his work.
However, I also enjoy my martinis thrown. I believe that throwing brings the same aeration as shaking without breaking up the ice and losing the clarity of the cocktail. The flavours are sharper, but it is otherwise hard to discern that the drink was not stirred. This of course, was likely the way the originators of the drink first mixed it.
Would I enjoy a masterfully crafted stirred martini? Of course! More important to me is the size of the glass, the ingredients used, the amount of dilution, the freshness of the twist.
One of the best was the Ten Minute Martini, neither shaken nor stirred, but allowed to melt for ten minutes in the ice, packed in the ice well. If that story is not on the website, let me know and I will send it to you.
Cheers!
Jared
Letztlich kann ich die Fragen immer noch nicht beantworten und möchte es auch gar nicht, da die Antwort ganz im Auge des Betrachters liegt, stattdessen möchte ich auf eine ganz andere Methode hinweisen, die ich in nicht allzu ferner Zukunft ausprobieren werde – weder gerührt noch geschüttelt. Nach einer Diskussion, die man nur bei uns (im Kanal) erleben kann, konnten jean-Luc und ich uns immerhin auf eins einigen:
“The ingredients are paramount to mixing a good drink.” – Litti
Womit (wieder einmal) hinlänglich bewiesen wäre, dass wir alle total verrückt sind.