Phantastische Entspannungsexperiminze
- Juli 13th Juli 2011
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Unser frisch-aus-dem-Garten-Minzlieferant Matthias und ich beschlossen uns am Montag Abend zu treffen, um die verschiedenen Wirkungen von 7 Minztypen auf Mojito zu testen. Genutzt wurde dazu:
- Havana Club añejo tres años (ich weiß, ich weiß, es sollte weißer Rum sein, aber wir von der wunderbar bevorzugen eben Havana 3 in unseren Mojitos)
- raffinierter Rohrzucker (richtig, kein Kristallzucker – der hat zu wenig Geschmack und Demerara löst sich einfach nicht schnell genug)
- Bonaqua Tafelwasser (Soda war gestern ;) )
- und natürlich Eis – in Würfeln, nicht crushed (La Bodeguita del Medio nutzt Eiswürfel, also tun wir das auch).
Verkostet wurden Mojitos auf folgenden Minzarten:
- Gemeine Minze
- Multimentholminze
- Orangenminze
- Schokoladenminze
- Schweizer Minze
- Hemingway-Minze (die hiesige Yerba Buena)
- und ?-Minze.
Die Ergebnisse waren in unserer Runde recht einstimmig, jedoch muss ich sagen, dass ich grad’ nur eine Einzelmeinung wiedergebe.
Gemeine Minze: wie der Name schon vermuten lässt, ist diese hinterhältig und gemein. Weder ist sie großartig minzig (sowohl geschmacklich als auch aromatisch) noch sieht sie sonderlich ansprechend aus. Damit ist eigentlich schon zuviel gesagt, um jene Minze zu beschreiben.
Multimentholminze: diese robuste und stark menthollastige Minzart ist eine alte DDR-Züchtung. Abgesehen von ihren guten Überwinterungseigenschaften und dem speziellen Aroma bleibt wenig über sie zu sagen. Geschmacklich nicht gerade überzeugend – jedenfalls nicht im Mojito.
Orangenminze, auch Bergamotte-Minze: eine ganz besondere Art. Bei der pur Verkostung erinnerte sie an Spülmittel bzw. Schaumbad (nicht, dass einer von uns wüßte wie sowas wirklich schmeckt), aber das Aroma ist absolut überragend. Orangig, offensichtlich. Dummerweise kam die Ähnlichkeit mit Spülmittel auch im Nachgeschmack stark durch – nicht unbedingt eine Geschmacksempfindung, die man im Mojito sucht. Wir waren jedoch in der Lage diesen Nachgeschmack durch Hickory Smoke Sauce (flüssiger Rauch) zu unterdrücken, was dem Mojito einen interessanten Twist verlieh, aber noch nicht als perfekt zu bezeichnen ist. Ein Versuch mit Orange Bitters steht noch aus.
Schokoladenminze: hiermit ist der Ring für die Favoriten eröffnet. Allein das Aroma dieser wundervollen Minze schickt einen in Gedanken ohne Umweg mit Charlie in die Schokoladenfabrik. Beim Kosten zeigt sie dann ihre wahre Größe. Man stelle sich eine Trinkschokolade von zotter vor und kombiniere sie mit Minze – großartig! Definitiv den einen wie den anderen Mojito wert.
Schweizer Minze: im Vorhinein eher unscheinbar entpuppte sich diese Minze als echte Delikatesse. Aromatisch der Hemingway-Minze sehr ähnlich, punktet sie aber geschmacklich durch eine feine Zitrusnote. Desweiteren sorgt das helle grün der Blätter für einen sehr einladend aussehenden Mojito – nur zu empfehlen.
Hemingway-Minze: ganz klar ging dieses Schwergewicht als klarer Favorit in den Ring. Doch je höher die Erwartungen, desto schwerer ist es jene zu erfüllen. Aromatisch wie eine echte Minze sein sollte und geschmacklich sehr kräftig. Aufgrund der Größe der Blätter dieser Minze reichen 3-4 davon aus um einen guten Mojito zu machen. Das Ergebnis überzeugt durchaus. Das Maß der Dinge, wenn man auf der Suche nach einem “echt kubanischen Mojito” ist, nicht aber die beste Wahl, wenn man bereits gesehen (gekostet) hat, dass noch viel mehr geht.
?-Minze: diese suspekte Minzart entpuppte sich nach intensiver Forschung als Grüne Minze, auch Speerminze. Aromatisch überzeugt die Frische, die von ihr ausgeht, ohne dass sie dabei zu menthollastig ist. Geschmacklich verleiht ihr eine gewisse Gewürznote (scharf, aber nicht wie Pfefferminze) den extra Kick. Neben der Schweizer Minze die Wahl für einen erfrischenden Mojito an warmen Sommertagen.
Alles in allem eine sehr angenehme Verkostungsrunde, die interessante Ergebnisse mit sich brachte. Sollte der Versuch Orangenminze mit Orange Bitters in einen guten Mojito zu verwandeln von Erfolg gekrönt sein, werden wir euch dies natürlich nicht vorenthalten. Und wenn ich mal eine Poleiminze auftreiben kann, wird jene natürlich sofort auf Mojito-Tauglichkeit geprüft, schließlich wird ihr nachgesagt eine hocharomatische Tee-Minze zu sein, jedoch ist ihr Geschmack eher als bitter einzuordnen. Mal sehen.
Nirvana – Pennyroyal Tea (1993 – MTV Unplugged in New York)
° Litti

