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kanalisierBAR #2

Luc kann nicht mit Whisk(e)y. Chris mag Irish Whiskey. Stormi mag schottische Single Malts. Max und Jan finden stark rauchige Scotches klasse, welche wiederum laut Chris und Stormi keine Whiskys sind. Anatol findet generell alles toll, was toll ist – so also auch Laphroaig – und ich bin dieser Überzeugung:

Whisky is liquid sunlight. — George Bernhard Shaw

Doch weit gefehlt, in dem folgenden Artikel soll es eigentlich gar nicht um Whis(e)ys gehen, sondern um die Vermählung eben jener mit Drambuie. Drambuie, gälisch an dram buidheach – “Der Trank, der glücklich macht” – möglicherweise auch an dram buidhe – “Der gelbe Trank” – ist ein schottischer Blend aus gealtertem Malt und Grain, gesüßt mit Honig und veredelt mit einer streng geheimen und gut gehüteten Kräutermischung. Ein Getränk also, dass alleingestellt bereits einen genialen Drink abgibt. Vermutlich ist es auch dieser Tatsache geschuldet, dass der Rusty Nail – einer der Klassiker unter den Whisk(e)y-Drinks – ein Duett, ein 2-Komponenten-Drink ist.

Dies ist kein Rusty Nail, jedoch zeigt das Bild genau das perfekte Zusammenspiel zweier Zutaten in einem Glas. Jede weitere Zugabe wäre unnötig und überflüssig. ;)

Spaß beiseite. Der klassische Rusty Nail besteht aus Drambuie und blended Scotch, wobei die Verhältnisse von 1:1 bis 1:3 (Drambuie : Scotch) variieren. Nach ausgiebigen Recherchen stammt diese Kombination aus dem Jahr 1937, wo sie erstmalig 1:3 mit einem Dash Bitters auftauchte. Von “B.I.F” über “D&S” gelang sie letztlich zum Namen “Rusty Nail”, welcher von Gina MacKinnon und damit der Drambuie Liqueur Company in der New York Times für gut befunden wurde.

Der Rusty Nail: keine Bitters, keine Shaker, keine Martinischale und eine milde 1:1 Mischung. Mittlerweile gibt es (wieder) diverse Variationen, welche vom Hinzufügen von Gin über das Ersetzen von Scotch durch Rye, Canadian oder Bourbon bis hin zur Zugabe von Maraschino reichen. Meiner Meinung nach sollten alle als “Rusty Nail (Twist)” – besser noch “Twisted Nail” – bezeichnet werden.

Wie bei den meisten Klassikern gilt jedoch: wie er am besten ist, kann man nicht am Rezept erlesen sondern sollte zumindest probiert werden. Das Original ist und bleibt eine simple Kombination aus Drambuie und Scotch – und schon über diese kann man streiten. Während ein sanfter Scotch, sagen wir 16 jähriger Glenlivet, die Milde des Likörs unterstreicht, verleiht ein guter Bourbon, z.B. Maker’s Mark, dem ganzen Charakter und wer seinen Drink auch mit der Nase genießen möchte, liegt nicht falsch seinen Rusty Nail auf einem rauchigen Whisky, bspw. Laphroig, zu ordern. Mehr zu all dem erfahrt ihr bei uns im Kanal. In diesem Sinne, Cheers!

RUSTY NAIL*

One part Drambuie, two of Scotch,
the glass be clear, no tainting blotch.

Stirred, not shaken – cold as ice
served with a twisted lemon slice.

Don’t hesitate, but savour quickly,
for if it’s warm it’s rather prickly.

– Litti (in Anlehnung an diese großartige Rezeptur eines Planter’s Punch)

° Litti

Bilder

“Rostige Nägel” – Douglas Brill* // “Rostiger Nagel” – Boston Herald*

Old fashioned.

Am letzten Abend noch einmal bei Ulf Neuhaus zu Gast in der “New Town Bar”. Bei der Bestellung traf mich die Ansage “Alles muss raus!” hart und so wurde aus einem Martini schnell ein Manhattan. Das wiederum inspirierte meinen Begleiter Anatol bei seiner Bestellung: “Old Fashioned” – da ich bisher noch nicht in den Genuss gekommen war diesen Cocktail zu probieren, ließ ich mich überzeugen und bestellte auch einen. Lecker, ehrlich und straight up – so muss ein guter Cocktail sein.

Was die endgültige Schliessung der “New Town Bar” angeht so muss nicht allzu sehr getrauert werden. Quellen, die ungenannt bleiben möchten, sagen, dass Ulf sehr bald zurück sein wird, um uns dann zusätzlich seine Kochkünste zu präsentieren. Wir freuen uns und bedanken uns für einen angenehmen, wenn auch zu kurzen, Abend.

Danach haben wir noch kurz der “Bar 84″ auf der Alaunstraße einen Besuch abgestattet, wo uns unsere Chrissi einen Bombay Crushed (Bombay Sapphire, Rohrzucker, Kumquat) servierte. Er war wirklich sehr lecker und wir haben dann sofort beschlossen einen Kumquat Mojito zu versuchen.

The Cocktail Spirit with Robert Hess: Old Fashioned – enjoy

“I don’t drink slops or eat garbage. Gimme some of the best whiskey.” – Marcus Aurelius Smith gegenüber einem Bartender, der ihm einen Old Fashioned mit Salat am Glasrand servierte.

° Litti

Warum dauert das mit dem Mojito so lang?

Gestern abend haben wir dann also Avus Geburtstag mit Cuba und Hendrick’s Tonic gesprengt -- erfolgreich!

“Oh, that was a foot. I appear to have swallowed an entire person.”
“That would be the hotel bartender.”
“That explains why my mojito is taking so long.” -- Carl & Paul

Llamas with Hats 3 -- enjoy

° Litti

“Natur 1 : 0 Feiergesellschaft”

Zitat Anatol beim Anblick dessen, was vom Zelt noch übrig war, in dem unsere Bar gestern Nacht Platz gefunden hatte – “Wir waren ein Inselstaat, abgetrennt vom Festland” (Wortsport!). Irgendjemand von denen, die es aufgestellt hatten, kam auf die grandiose Idee das ganze so zu gestalten, dass möglichst alle Fluchtwege für von oben kommendes Wasser versperrt sind, was dazu führte, dass das Dach und der Boden nähere Bekanntschaft schließen durften.

Wie auch immer, wir waren gestern auf einer Hochzeit in meiner Heimat die gemischte Gefühle bei uns hinterließ. Ich persönlich fand das Gesamtbild durchaus rund und der Großteil der Gäste war wirklich sehr angenehm (auch angetan :D ), aber einige wollten’s wirklich wissen. Ich hab’ wirklich kein Problem mit konstruktiver Kritik (bin da ja selbst auch nicht besser), aber ich kann’s absolut nicht ab, wenn mir jemand, der wirklich keine Ahnung von Cocktails hat, erklären will, wie ich meinen Job zu erledigen hab. Das sahen auch Anatol und Chrisitan so, daher bekommt die Veranstaltung leider den Untertitel “Too many Ians”. An dieser Stelle noch ein kurzes Dankeschön an Kathi, ohne die wir vermutlich gesunken wären.

Eigentlich aber, schreibe ich grad’, weil Anatol und ich die Idee hatten mit Brombeeren und Gin zu spielen, uns dann aber in Ermangelung beider Zutaten für Heidelbeeren und Wodka entschieden haben.

BLAUBÄR*

  • Heidelbeeren (halbes Glas) gestößelt
  • 4cl Wodka
  • 2 BL Vanillezucker & 2 BL Rohrzucker (braun)
  • 8-10cl Milch

Idee: Litti / Umsetzung: Anatol / Name: Litti

° Litti

Medien-Lounge die 1. oder auch, wie Anatol und ich eine Strassenblockade sprengten

Gestern Abend durften wir im Rahmen der 42. Dresdner Medien-Lounge den Empfangstisch von queo in eine Bar verwandeln. Dirk, der uns schon von seiner Diplomfeier her kannte, hielt es für eine gute Idee, Bier und Saft durch Cocktails zu erweitern. Die Idee war in der Tat gut und diverse Tiramisu-und-Wokita-Runden wirkten gewohnt auflockernd.

Der Abend war erwartungsgemäß gemütlich, jedenfalls nach dem ersten Ansturm (nochmals ein großes Dankeschön an Chrissi :* ) und nachdem wir das Ende um zwei Stunden nach hinten verschoben hatten verließen wir das sinkende Schiff.

Ausgestiegen an der Haltestelle Bautzner/Rothenburger beschlossen wir noch auf einen kleinen Absacker bei unserem persönlichen Lieblings-Peter vorbei zu schauen, doch dazu sollte es nicht kommen. 20 Meter vor dem Ziel, direkt an der Ecke Rothenburger Str. und Louisenstraße wurden wir von einer kleinen Gruppe aufgefordert uns ihrer Runde anzuschliessen…

“Jooo, setzt euch doch zu uns” — Anatol und ich schauten uns an, zuckten mit den Schultern und nahmen Platz. Schließlich wird einem nicht jeden Tag so freundlich ein Platz auf dem Bordstein angeboten. Kurz darauf meinte Anatol: “Wenn ihr Cola und Becher habt, bauen wir ‘n Cuba Libre”. Cuba muss frei sein! — Mit derartigen Aktionen hatten unsere Gastgeber scheinbar nicht gerechnet, ihre Gesichtsausdrücke waren ein Gemisch aus “What the fuck”, “Echt jetzt?” und einem erwartungsvollen Glänzen in den Augen. In diesem Moment bereute ich es sehr keine Kamera dabei zu haben. Um seiner Aussage Nachdruck zu verleihen, zückte Anatol eine Flasche Havanna Club und – stilecht – eine Handvoll Limetten. An dieser Stelle ist es wohl Zeit, dass wir uns nochmals herzlich bei queo bedanken. :D  Ein dickes Grinsen machte sich auf den Gesichtern unserer neuen Freunde breit und alsbald ergriffen auch zwei junge Männer die Initiative und holten ein Paar Flaschen Cola sowie einige Plastikbecher aus dem nächsten Spätshop.

Als die Cuba-Runde in vollem Gange war stolperten noch ein paar Engländer über uns, die Anatol und ich dann aufforderten unsere Runde zu bereichern. Der Cuba Libre jedenfalls hat ganz hervorragend geschmeckt und der Osborne Veterano hatte auch alsbald verspielt. So jedenfalls kann ein Abend enden.

Zusatz: seit heute Nachmittag um 15 Uhr ist endlich das langersehnte Video online und das möchte ich euch auf keinen Fall vorenthalten.

True Originals No. 4: The Outsider” – enjoy.

° Litti

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