Archiv für Kategorie ‘Geschichten’

Absinth in der Pinta

Oder: Die grüne Fee zu Besuch bei Peter

Vorletzten Donnerstag waren Anatol und ich, sowie diverse andere, in der Pinta um Absinth zu verkosten. Neben einer Verkostung hatte der Abend eigentlich mehr schulenden Charakter, aber auf diesen wollen wir hier nicht eingehen. Geführt und begleitet von Roberto Zänker, Absyntheum Dresden, verkosteten wir, neben einer Lesung durch die Geschichte des Absinths, die folgenden 6 Absinthe.

1. Black Angel

  • 60%vol, 34,5mg/l Thujon
  • geschmacklich klassischer Absinth
  • besticht durch: Süßholz & wilden Majoran (Oregano)
  • Trinkempfehlung: aus der Pipe (Schnapspfeife; früher: Klatsche, Klitscher)
Durch das Wermutöl enthält dieser Absinth eine vordergründige, aber nicht unangenehme, Anisnote – jenes ist aber gar nicht enthalten. Ähnliche Wirkung auf den Geschmack hätte wohl Salbei gehabt. Geruchlich sticht speziell das Süßholz hervor und verspricht eine angenehme Süße sowie einen weichen Geschmack. Nach anfänglicher Bitterkeit entfaltet sich auch jene Süße – sehr dezent allerdings. Dadurch, dass die milden Noten von Süßholz und Oregano in diesem sonst recht kräftigen Absinth untergehen, war die empfohlene Pipe eine sehr gute Methode um diesen zu genießen.

2. Green Tiger

  • 45%vol, 33,9mg/l Thujon
  • nach einer Rezeptur aus New Orleans
  • besticht durch: Pfefferminze, Limetten & Vanille
  • Trinkempfehlung: auf Eis mit Wasser verdünnt
In der Nase besticht dieses Elixier besonders durch Vanille- und angenehme Zitrusnoten, wobei die Minze sowohl in der Nase als auch am Gaumen leider untergeht. Was dieser Absinth geruchlich verspricht, hält er auch im Geschmack: bei leichter Verdünnung entwickelt sich ein sehr angenehmer Vanille-Geschmack und nach verfliegen dessen merkt man einen Hauch limettiger Frische.

3. Red Dragon – Empfehlung 1

  • 60%vol, 34,9mg/l Thujon
  • Absinth auf Obstbrand-Basis
  • besticht durch: japanische Tollkirsche[1]
  • Trinkempfehlung: Shooter
Dieser Absinth ist wohl wirklich als Spezialität anzusehen. Nicht nur ist der Alkohol, der das Wermutöl veredelt, ein Obstbrand aus japanischer Tollkirsche, auch kommen diese Früchte zusätzlich in getrockneter Form zur intensiveren Geschmacksgebung bei der Herstellung zum Einsatz. In der Nase kitzelt diese feine Mischung vorwiegend mit Kardamom. Am Gaumen hingegen setzt sich eine sehr vordergründige, aber angenehme, Ingwer-Schärfe durch.
[1] – Entgegen der Tollkirsche (Fam. Atropa) gehört die japanische Tollkirsche zur Gattung der Scopolia und ist damit ein Tollkraut. Verwandt sind beide, jedoch haben die Scopoliae Pyxis (Kapselfrüchte) statt Beeren. Beide Pflanzen führen hochgiftige Alkaloide, jedoch sind jene nur in entsprechender Dosierung letal. An dieser Stelle möchten wir betonen, dass Selbstversuche mit Pflanzengiften nur etwas für Erfahrene, Irre oder erfahrene Irre sind.

4. Green Fairy – Empfehlung 2

  • 65%vol (mittlerweile 60), 34,9mg/l Thujon
  • nach klassischer französischer Rezeptur
  • besticht durch: Koriander & Fenchel
  • Trinkempfehlung: tschechisches Ritual
Geruchlich ein eigenartig rauchiger Absinth – ich fühlte mich leicht an Laphroaig erinnert – der dank der Verwendung von halbfermentiertem türkischen Anis noch eine überraschende Zimtnote mit sich bringt. Geschmacklich bleibt die “Grüne Fee” ihren Besonderheiten treu und entfaltet einen Teppich aus Koriander und Fenchel. Letzterer harmoniert hervorragend mit dem karamellisierten Zucker des tschechischen Trinkrituals.

5. Excellenca Ambre

  • 55%vol, 34,5mg/l Thujon
  • Spezialität des Absyntheum Dresden
  • besticht durch: Mandeln
  • Trinkempfehlung: Pipe
Dieser Absinth gaukelt erst zarte Zitrusnoten vor und lädt die Nase dann in einen Tannenwald ein. Geschmacklich überzeugt er durch sanfte Mandelnoten begleitet von einem Hauch Vanille. Auffällig ist er dadurch, dass sich der Geschmack sehr lange hält.

6. Man at Work

  • 45%vol, 34,9mg/l Thujon
  • ein roter, alt-sächsischer Absinth
  • kommt in Stapelflaschen daher
  • Trinkempfehlung: Shooter – 2 Teile Absinth, 1 Teil Wasser
Laut Absyntheum ist der Thujongehalt dieses Destillats perfekt gegen den Alkoholgehalt abgestimmt – ich bin mir zwar noch immer nicht sicher was das bedeuten soll, hab aber nichts gegen den Genuss dieser “Medizin” einzuwenden. Die Geruchsprobe verspricht viel Honig mit einer dezenten Akaziennote. Geschmacklich entführte uns dieses Unikat in eine ganz andere Richtung. Ein wahrer Kräuterteppich aus Zitronenmelisse, Thymian & Koriander macht sich auf der Zunge und dem Gaumen breit.
Damit war der “offizielle Teil” der Verkostung abgeschlossen, wohl hauptsächlich weil der Vorlesungsstoff damit ausgereizt war. Was blieb war die gleiche Runde und eine Vielzahl an Flaschen von denen einige ungekostet waren. Das musste geändert werden. Da die Runde allerdings sehr in Bewegung geriet, sind die Schreibutensilien schnell verschwunden und ich hab’ deswegen keine Geruchs- & Verkostungsnotizen mehr gemacht. Speziell in Erinnerung sind mir aber Mirabeaux und Drachenblut geblieben, die wir beide nach tschechischer Art genossen. Den Mirabeaux haben wir nach dem Karamellisieren des Zuckers mit Wasser runtergekühlt, was gut zum geschmacklichen Gesamtbild passte. Das Drachenblut hingegen haben wir nach dem Karamellisieren warm genossen – absolute Trinkempfehlung.
Nachdem die Verkostung entgültig zum Ende kam, setzten wir uns noch zu viert auf ein kühles Pils auf Peters “Terrasse”, wobei bei Anatol und mir schnell der Wunsch nach einem Drink mit Absinth deutlich wurde. Irgendwie hatte ich auch ein schweres Verlangen nach Celery Bitters, dem aber durch Abwesenheit dessen nicht beigekommen werden konnte. Stattdessen glänzte Peter mit frischem Sellerie – auch gut.

MEADOW OF FAERIES | Peter, Pinta, August 2011

  • 2-3 kräftige Stückchen Sellerie
  • 1-2 Scheiben Zitrone
  • 4cl Gordons Dry Gin
  • 2cl La Fée NV Absinth
  • 1,5cl Sour Rhubarb
  • dashes Grapefruit Bitters
  • Alle Zutaten auf Eis im Gästeglas verrühren – that simple


Disclaimer: wunderbar Dresden bekommt kein Geld für die Veröffentlichung dieses Artikels, noch sind wir Werbepartner des Absyntheum Dresden.

° Jens

Cuba-Krise im Erzgebirge

Oder: Im Notfall Scheibe einschlagen und Jynnan Tonnyx trinken

Nichts Böses erwartend fielen Steff und ich in eine der wenigen Annaberger “Bars”, welche mir auf dem Weg ins Wochenende empfohlen wurde, die “Melodie”. Nun, ich hab’ schon vor einiger Zeit aufgehört zu glauben, dass ich bei Peter lande, wenn ich in eine Bar gehe, denn zu hohe Erwartungen bergen meist die Gefahr, enttäuscht zu werden. Aber auch Stürze aus geringer Höhe können einen unsanften Aufprall mit sich bringen. Die Abwesenheit eines ernstzunehmenden Backboards ließ mich schnell von meinem “Standardplatz” (an der Bar) abwenden, die in der Ecke stehende Couch jedoch schloss uns sanft in ihre Kissen.

Barmaid/Kellnerin: “Darf’s schon was sein?”
Ich zu Steff: “Du auch?” -- “Ja.”
Ich zur Barmaid: “Zwei Cuba bitte.”

Schon freute ich mich auf einen gelungenen Einstieg ins Wochenende als ich mit den Worten “Laut Karte machen die hier Rohrzucker in den Cuba” jäh aus meinem Tagtraum gerissen wurde. “Das weiss ich zu verhindern”, meinte ich gelassen und stand zwei (weit weniger gelassene) Schritte später an der Bar, auf welchen ich von einem vom Raum-Zeit-Kontinuum verschluckten “Zu spät…” begleitet wurde. “Bitte ohne Rohrzucker”, meinte ich zur Barmaid, die mich mit einer Tüte Rohrzucker in den Händen ertappt ganz entsetzt anschaute. Sie gab meiner Bitte dann aber wegen meines “Das ist kein Jim Beam”-Blicks statt. Auf der Couch zurück meinte Steff zu mir: “Da fehlen jetzt nur noch Strohhalme.” Von wegen -- neben einem Strohhalm stierten mir auch ein Fleischspieß und ein Plastik-Rührstäbchen ängstlich entgegen. Den Deko-”Regenschirm” vermissend war ich doch überrascht, dass mir nicht auch noch Besteck dazu serviert wurde. Trotz gruseligen Zubereitungsmethoden schmeckte der Cuba erstaunlich gut, was uns aber nicht davon abhielt danach zu flüchten. Wer weiß, was uns noch alles erwartet hätte.

Auf also zur nächsten Empfehlung, dem “Papperla Pub”, welches sich direkt unter meinem Wochenenddomizil befand -- welch Zufall. Aus Gründen der Gemütlichkeit und natürlich wegen der Sicherheit wählten wir hier einen Platz direkt an der Bar. Prompt lächelte mich eine Buddel Brugal an und forderte mich dazu auf meine Cuba-Erfahrung der dritten Art aus meinem Gedächtnis zu verbannen. Vorsichtshalber bat ich die neue Barlady gleich während der Bestellung den Cuba ohne Rohrzucker zu fertigen. Lächelnd meinte sie, dass sie das immer so tue. Ich fühlte mich in sicheren Händen und warf einen Blick in die Whisk(e)y-Karte, während Steff der Bardame erklärte was ein Marlowe’s Gimlet ist. Der Cuba wurde auch hier mit Strohhalm serviert, dafür aber ohne Rührstäbchen. Nicht so gut, wenn die Limetten mangels Umrühren am Boden festhängen. Zum Glück hab ich immer ein Taschenmesser dabei. Wegen der Freundlichkeit des Bar-Teams, dem interessant gestalteten Spirituosen-Portfolio und dem geschmacklich hervorragenden Cuba fiel die B-Note hier deutlich höher aus und wir blieben noch auf ein Guinness. Zu Haus angekommen tranken wir noch einen Jynnan Tonnyx um den Abend ausklingen zu lassen.
Was will uns diese Geschichte sagen? Nichts. Sie ist nur eine Herleitung zu folgenden Fragen:

1. Wer zur Hölle kam auf die bescheuerte Idee viel zu vielen Bartendern zu erzählen, dass es eine gute Idee sei Rohrzucker in einen Cuba zu kippen? Und
2. Ist “Die meisten wollen das so” wirklich Grund genug in jeden bestellten Cuba einen Strohhalm zu stecken?

Wie der Mojito und einige andere Klassiker ist der genaue Ursprung des Cuba Libre leider unbekannt und vermutlich nicht mehr auffindbar. Was man mit Sicherheit sagen kann ist jedoch, dass der erste Cuba Libre auch genau dort (in/auf Cuba) geschlürft wurde. Wann? 1900 -- denn seitdem gab es dort auch Coca Cola. Der Name jedoch geht auf den Kampfschrei der US-Befreiungsarmee “Cuba Libre!” im Spanisch-Amerikanischen Krieg zurück, welcher am 12. August 1898 endete. Da eben jene Befreiung eine de facto Annexion war wird dieser Drink vor Ort auch häufig als Mentirita -- “kleine Lüge” -- bezeichnet.

Wir bevorzugen unseren Cuba mit (½ ausgepresster) Limette, ohne Rohrzucker und vor allem ohne Unfug wie Strohhalme, Rührstäbchen oder gar Cocktailschirmchen. Auch trinken wir von Zeit zu Zeit gern einen Cubata -- also einen Cuba Libre mit braunem statt weißem Rum. Aufgrund der Tatsache, dass es kein einziges brauchbares “Cuba Libre How To” als Video gibt und wir uns alle einig über den zu verwendenden Rum sind hier noch folgendes kleine Schmankerl:

In diesem Sinne: Cuba muss frei sein!

° Litti

Halloween 2010 im Aquarium

Am Donnerstag war ich also in einer Solo-Mission im Aquarium um zu probieren wie die Dresdner Studenten auf Espumas reagieren. – Klasse! Zuerst hab’ ich einen Cuba Libre Espuma aufgesetzt – toll, der Rum ist wesentlich geschmacksintensiver als in einem herkömmlichen Cuba, ansonsten fehlt einfach die geschmackliche Vielfalt. Danach machte ich es mir zum Ziel unsere Gäste mit Zombie Espumas zu vergiften – und siehe da: It works! 5-6 geschmackliche Nuancen sorgen für eine echte Explosion auf der Zunge.

Das genaue Datum steht noch nicht fest, aber man darf auf nächstes Frühjahr gespannt sein, denn da werden wir die ganze Aktion wiederholen. Dann allerdings das volle Programm: Espumas, Fake-Kaviar und Badeschaum – mit etwas Glück sogar Spielereien mit Trockeneis. Wem das zu lang hin ist, der kann ja bei unserem nächsten Besuch in der Bühne mal einchecken – am 19.12. werden wir vermutlich auch dort Unfug mit der lustigen Welt der Chemie anstellen.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmal ganz herzlich für die freundliche Unterstützung durch Norbert von der Magic-Bar bedanken, ohne den diese Veranstaltung so nicht möglich gewesen wäre.

° Litti

wunderbars around the world

Wir wollen hin und wieder auch über den Tellerrand schauen, daher machen wir eine kleine Reise durch die Welt von Flickr und schauen uns andere Wunderbars an:


Taormina - Wunderbar


Wunderbar - Main Room


Sizilien-2004 (13)


wunderbar


Oct.03.09.WunderBar_7856


Taormina - Wunderbar cafè and clock tower


Wunderbar


Wunderbar


Wunderbar


wunderbar


@ Wunderbar


Wunderbar


Hotel W Montreal - Canada


Taormina, Piazza IX Aprile, Caffè Wunderbar


Wunderbar


the bar at the wunderbar


wunderbar


Wunderbar






Wunderbar


tine ist wunderbar



Drogen & Gewalt!

Wir resümieren die wunderBAR-Weihnachtsfeier: Drogen & Gewalt! Und nein, das ist kein rhetorisches Mittel, sondern die Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Ihr müsst wissen, dass eine wunderBAR-Weihnachtsfeier bedeutet, dass wir den ganzen Schnaps, den wir übers Jahr geschenkt bekommen haben, an einem Abend auf einmal ALLE machen.

Man nehme:

  • 1 Satz gute Freunde
  • 1 Bude von Hypnocode
  • viel zu viel gutes Essen (insbesondere dekadente Käsesoße)
  • eine gute Portion laute Musik auf die Ohren

und folgende Flaschen:

Gin

  • 1x Tanqueray No. 10
  • 1x Bombay Sapphire

Vodka

  • 1x Nemiroff
  • 1x Русский стандарт (Russian Standard)

Rum

  • 1x Havana Club Añejo 7 Años
  • 1x Ron Varadero Añejo 7 Años
  • 2x Havana Club Añejo Especial
  • 1x Havana Club Añejo 3 Años

Whisky

  • 1x Glenlivet 15 Jahre
  • 2x Laphroaig 10 Jahre

Liköre

  • 1x Kahlúa
  • 1x Bailey’s

…. und jede Menge sonstiger guter alkoholfreier Zutaten. Nicht zu vergessen: Mindestens einen Plünder-Ausflug in die Neustadt (es waren eigentlich zwei und wir empfehlen insbesondere den Maccaroni-Bar).
Viel mehr können wir aus irgendwelchen o.g. Gründen auch gar nicht berichten, außer, dass wir uns alle an diesem Abend in Lisa verliebt haben. Dein Einsatz war superb – und vielen Dank auch an Anatol und Rike*, deren Einsatz die Party erst richtig rund machte.

* Litti braucht einen Termin mit Rikes Bauch und Luc einen Termin mit Lisas Charme.

$ Luc & ° Litti

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