Schnell und schmutzig #2
- Juli 26th Juli 2011
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“Good eee-vah-ning, muthafuckers.” — Gary “gaz” Regan @ Tales of the Cocktail
Tales of the Cocktail – Spirited Awards
° Jens
Archiv für Kategorie ‘Zitate’
“Good eee-vah-ning, muthafuckers.” — Gary “gaz” Regan @ Tales of the Cocktail
Tales of the Cocktail – Spirited Awards
° Jens
Luc kann nicht mit Whisk(e)y. Chris mag Irish Whiskey. Stormi mag schottische Single Malts. Max und Jan finden stark rauchige Scotches klasse, welche wiederum laut Chris und Stormi keine Whiskys sind. Anatol findet generell alles toll, was toll ist – so also auch Laphroaig – und ich bin dieser Überzeugung:
Whisky is liquid sunlight. — George Bernhard Shaw
Doch weit gefehlt, in dem folgenden Artikel soll es eigentlich gar nicht um Whis(e)ys gehen, sondern um die Vermählung eben jener mit Drambuie. Drambuie, gälisch an dram buidheach – “Der Trank, der glücklich macht” – möglicherweise auch an dram buidhe – “Der gelbe Trank” – ist ein schottischer Blend aus gealtertem Malt und Grain, gesüßt mit Honig und veredelt mit einer streng geheimen und gut gehüteten Kräutermischung. Ein Getränk also, dass alleingestellt bereits einen genialen Drink abgibt. Vermutlich ist es auch dieser Tatsache geschuldet, dass der Rusty Nail – einer der Klassiker unter den Whisk(e)y-Drinks – ein Duett, ein 2-Komponenten-Drink ist.
Dies ist kein Rusty Nail, jedoch zeigt das Bild genau das perfekte Zusammenspiel zweier Zutaten in einem Glas. Jede weitere Zugabe wäre unnötig und überflüssig. ;)
Spaß beiseite. Der klassische Rusty Nail besteht aus Drambuie und blended Scotch, wobei die Verhältnisse von 1:1 bis 1:3 (Drambuie : Scotch) variieren. Nach ausgiebigen Recherchen stammt diese Kombination aus dem Jahr 1937, wo sie erstmalig 1:3 mit einem Dash Bitters auftauchte. Von “B.I.F” über “D&S” gelang sie letztlich zum Namen “Rusty Nail”, welcher von Gina MacKinnon und damit der Drambuie Liqueur Company in der New York Times für gut befunden wurde.
Der Rusty Nail: keine Bitters, keine Shaker, keine Martinischale und eine milde 1:1 Mischung. Mittlerweile gibt es (wieder) diverse Variationen, welche vom Hinzufügen von Gin über das Ersetzen von Scotch durch Rye, Canadian oder Bourbon bis hin zur Zugabe von Maraschino reichen. Meiner Meinung nach sollten alle als “Rusty Nail (Twist)” – besser noch “Twisted Nail” – bezeichnet werden.
Wie bei den meisten Klassikern gilt jedoch: wie er am besten ist, kann man nicht am Rezept erlesen sondern sollte zumindest probiert werden. Das Original ist und bleibt eine simple Kombination aus Drambuie und Scotch – und schon über diese kann man streiten. Während ein sanfter Scotch, sagen wir 16 jähriger Glenlivet, die Milde des Likörs unterstreicht, verleiht ein guter Bourbon, z.B. Maker’s Mark, dem ganzen Charakter und wer seinen Drink auch mit der Nase genießen möchte, liegt nicht falsch seinen Rusty Nail auf einem rauchigen Whisky, bspw. Laphroig, zu ordern. Mehr zu all dem erfahrt ihr bei uns im Kanal. In diesem Sinne, Cheers!
RUSTY NAIL*
One part Drambuie, two of Scotch,
the glass be clear, no tainting blotch.Stirred, not shaken – cold as ice
served with a twisted lemon slice.Don’t hesitate, but savour quickly,
for if it’s warm it’s rather prickly.– Litti (in Anlehnung an diese großartige Rezeptur eines Planter’s Punch)
° Litti
Bilder
“Rostige Nägel” – Douglas Brill* // “Rostiger Nagel” – Boston Herald*
Neulich im Kanal: zum Thema “Relevanz von Ingredienzien in einem Martini versus hübsches Mädel auf ‘nem Bild.”
jean-Luc: Aber man kann und soll vom gemeinen Gast so viel Fachwissen nicht erwarten. Das ist lästig und überflüssig.
Litti: Gemeine Gäste sind lästig und überflüssig.
Eigentlich begann alles ganz harmlos und sollte auch dabei bleiben, dann jedoch entschloss ich mich dazu jene Zeilen zu veröffentlichen und versank (wieder einmal) in diversen Webseiten zum Thema Martini, was mich nur (wieder einmal) über die 2 großen Fragen stolpern lies. Trocken? Geschüttelt oder gerührt?
“I`ll have a Churchill martini. And if you even so much as look at the vermouth, we`re going to have problems.” – Brett Caron
Das ist auf so viele Arten falsch, dass es schon wieder schön ist.
“Martinis should always be stirred, not shaken, so that the molecules lie sensuously one on top of the other” – William Somerset Maugham
Ob das der Weisheit letzter Sch(l)uss ist, weiss ich nicht, aber die Poesie in diesen Worten verleiht dem ganzen doch ein bisschen Wahrheit. Jared Brown hingegen sieht das mit gemischten Gefühlen und antwortete mir auf die Frage nach der Zubereitung:
Hello Jens,
I like a shaken martini for the sharper flavour, colder temperature and the flotilla of tiny icebergs that cluster in the center of the glass if the drink is not double strained. There is no loss of refinement to me, simply the addition of more relaxed celebration. It is like an untied bowtie at the end of a formal celebration. It is not so tidy, upright and socially acceptable, but the quality is still there. To me personally it provides the balance I enjoy. I find a stirred martini somewhat flat by comparison, like speaking with an accountant who has fascinating hobbies but always tries to steer the conversation back to his work.
However, I also enjoy my martinis thrown. I believe that throwing brings the same aeration as shaking without breaking up the ice and losing the clarity of the cocktail. The flavours are sharper, but it is otherwise hard to discern that the drink was not stirred. This of course, was likely the way the originators of the drink first mixed it.
Would I enjoy a masterfully crafted stirred martini? Of course! More important to me is the size of the glass, the ingredients used, the amount of dilution, the freshness of the twist.
One of the best was the Ten Minute Martini, neither shaken nor stirred, but allowed to melt for ten minutes in the ice, packed in the ice well. If that story is not on the website, let me know and I will send it to you.
Cheers!
Jared
Letztlich kann ich die Fragen immer noch nicht beantworten und möchte es auch gar nicht, da die Antwort ganz im Auge des Betrachters liegt, stattdessen möchte ich auf eine ganz andere Methode hinweisen, die ich in nicht allzu ferner Zukunft ausprobieren werde – weder gerührt noch geschüttelt. Nach einer Diskussion, die man nur bei uns (im Kanal) erleben kann, konnten jean-Luc und ich uns immerhin auf eins einigen:
“The ingredients are paramount to mixing a good drink.” – Litti
Womit (wieder einmal) hinlänglich bewiesen wäre, dass wir alle total verrückt sind.
° Litti
Bild
“We’re all mad here” – muffinmarmelade – click
Zitat Anatol beim Anblick dessen, was vom Zelt noch übrig war, in dem unsere Bar gestern Nacht Platz gefunden hatte – “Wir waren ein Inselstaat, abgetrennt vom Festland” (Wortsport!). Irgendjemand von denen, die es aufgestellt hatten, kam auf die grandiose Idee das ganze so zu gestalten, dass möglichst alle Fluchtwege für von oben kommendes Wasser versperrt sind, was dazu führte, dass das Dach und der Boden nähere Bekanntschaft schließen durften.
Wie auch immer, wir waren gestern auf einer Hochzeit in meiner Heimat die gemischte Gefühle bei uns hinterließ. Ich persönlich fand das Gesamtbild durchaus rund und der Großteil der Gäste war wirklich sehr angenehm (auch angetan :D ), aber einige wollten’s wirklich wissen. Ich hab’ wirklich kein Problem mit konstruktiver Kritik (bin da ja selbst auch nicht besser), aber ich kann’s absolut nicht ab, wenn mir jemand, der wirklich keine Ahnung von Cocktails hat, erklären will, wie ich meinen Job zu erledigen hab. Das sahen auch Anatol und Chrisitan so, daher bekommt die Veranstaltung leider den Untertitel “Too many Ians”. An dieser Stelle noch ein kurzes Dankeschön an Kathi, ohne die wir vermutlich gesunken wären.
Eigentlich aber, schreibe ich grad’, weil Anatol und ich die Idee hatten mit Brombeeren und Gin zu spielen, uns dann aber in Ermangelung beider Zutaten für Heidelbeeren und Wodka entschieden haben.
BLAUBÄR*
Idee: Litti / Umsetzung: Anatol / Name: Litti
° Litti
Litti sagt: “Pfirsich ist keine Farbe, du Haselnuss!” Derweil studieren wir die 100 “must have drunk” Cocktails von Bobby Heugel und Justin Burrows von der Anvil Bar & Refuge, Houston, Texas. Das Motto lautet: “Try before you die!”
$ Luc